Wombat’s: Farb-Fehde zwischen Hostel-Personal und Hausleitung

FUCK U BETRIEBSRAT“ UND PENIS-SCHMIEREREI

von: JULIEN WILKENS UND JOHANNES MALINOWSKI, Bild Berlin, 11. März 2019

Berlin – „Fuck u Betriebsrat“, wurde in gelber und grüner Farbe auf die Alte Schönhauser Straße in Berlin-Mitte geschmiert. Daneben ein angedeuteter Penis und andere Beleidigungen. Die Eskalation ist der geschmacklose Höhepunkt im wochenlangen Streit zwischen den Betreibern des Hostels „Wombat’s“ und der Belegschaft.

190311_bild_wombats-berlin_foto-penis02Kern der Auseinandersetzung: Die Reinigungskräfte des Hostels (350 Betten, Baujahr 2008) sollen in Subunternehmen ausgelagert werden. Etwa ein Drittel der 45 Angestellten arbeitet laut Betriebsrat in der Reinigung. Der Großteil davon sei befristet oder über Leiharbeitsfirmen beschäftigt. 

Da weniger als zehn Leute übernommen werden müssten, fiele der Kündigungsschutz weg“, sagt Betriebsratsmitglied Raphael K. (36).

Der Betriebsrat malte aus Protest den Schriftzug „Stop Outsourcing at Wombat’s“ (dt.: „Stoppt die Ausgliederung bei Wombat’s“) auf die Straße. In der Nacht vom 2. auf den 3. März kamen dann die aktuellen Schmierereien dazu.

Wir sind uns sicher, dass die Hausleitung dahinter steckt“, sagt der Betriebsrat.

Doch das Unternehmen dementiert. „Dieses nicht enden wollende Vorgehen des Betriebsrates hat zu einem tiefen Riss in der Wombats-Belegschaft geführt, wodurch es möglicherweise am vergangenen Freitag zu Besprayungen der Straße auch durch einzelne Wombats-Mitarbeiter gekommen sein könnte“, heißt es auf BILD-Anfrage.

Der Betriebsrat widerspricht. „Den Riss in der Belegschaft gibt es nicht“, sagt Raphael K. „Knapp 90 Prozent unserer Kollegen sind in der Gewerkschaft, den Riss gibt es nur zwischen den Angestellten und der Hausleitung.“

Es gäbe keine unbefristeten Arbeitsverträge mehr, die befristeten würden auslaufen. „Wir vermuten, dass so die komplette Belegschaft ausgetauscht werden soll.“

Der Betriebsrat hat Anzeige erstattet. „Es handelt sich um einen herausragenden Fall von Betriebsratsbehinderung und Beleidigung“, sagt Sozialforscher Elmar Wigand. „Hier ist die Berliner Staatsanwaltschaft gefragt, entschlossen aufzuklären und durchzugreifen.“

Die Verhandlungen über die Auslagerung sollen in diesem Monat abgeschlossen werden. Am 19. März wollen die Angestellten ab 16 Uhr erneut vor dem Haus demonstrieren.

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